„Suche nicht nach Fehlern, suche nach Lösungen“

 

INTEGRATIVE LERNTHERAPIE

Konzept

 

Was ist integrative Lerntherapie?

 

Integrative Lerntherapie ist keine Nachhilfe und keine Psychotherapie, sondern eine gezielte, individuelle und lösungsorientierte Begleitung, die durch pädagogische Lernhilfen und psychotherapeutische Elemente den beeinträchtigten Lernprozess im Ganzen in den Blick nimmt.

 

In ihr sind dazu wissenschaftliche Erkenntnisse aus Pädagogik, Psychologie und Medizin, aus der Linguistik, der Mathematik und den Fachdidaktiken Deutsch und Mathematik integriert.

 

Ziel ist es, dem Kind bzw. Jugendlichen durch verbesserte Lernstrategien und zunehmend bessere Fähigkeiten im Bereich der Schriftsprache oder des Rechnens wieder Selbstvertrauen und Erfolgszuversicht zu vermitteln.

 

So kann eine positive Lernstruktur aufgebaut werden und bei verstärktem Selbstwertgefühl und gesteigerter Lernmotivation wird selbständiges und eigenverantwortliches Lernen wieder möglich.

 

In vielen Fällen wird dabei die Wiederherstellung der seelischen Gesundheit und die Sicherstellung einer angemessenen Teilhabe am gesellschaftlichen Leben angestrebt.

Eine ausführlichere Darstellung ist in folgender Veröffentlichung zu finden: Behandlungsform bei Lernstörungen

 


 

LRS • Lese-Rechtschreibstörung (Legasthenie)

Viele Eltern sind zu Recht besorgt, wenn ihr Kind besondere Schwierigkeiten beim Erlernen der grundlegenden Fähigkeiten des Lesens und Schreibens hat und sich oft auch noch Angst vor Klassenarbeiten, der tägliche stundenlange Kampf mit den Hausaufgaben oder „Schul-Bauchweh“ einstellt.

 

Diese erheblichen Probleme „wachsen“ sich entgegen weitverbreiteter Hoffnungen nicht „aus“, denn dahinter steckt möglicherweise eine genetisch bedingte, also angeborene Lese- Rechtschreibstörung (Legasthenie) im Sinne einer Entwicklungsverzögerung bei mindestens durchschnittlicher Begabung.

 

Davon sind ca. 6% aller Schüler betroffen. Bei weiteren 10-20% der Schüler liegt eine Lese-Rechtschreibschwäche vor, die z. B. durch besondere seelische Belastungen, unregelmäßigen Unterrichtsbesuch oder einen Schulwechsel bedingt sein kann und oft vorübergehend ist.

 

Beim Lesen kann es zu typischen Problemen kommen, z.B.:

  • mühsames Verschleifen von Einzellauten zu Wörtern
  • sehr niedrige Lesegeschwindigkeit
  • gehäufte Lesefehler (Auslassen, Ersetzen, Umstellen, Hinzufügen von Lauten, Wortteilen oder ganzen Wörtern)
  • mangelndes Sinnverständnis

 

In der Rechtschreibung findet man bei betroffenen Kindern verschiedene Auffälligkeiten, z.B.:

  • Defizite in der Laut-Buchstaben-Zuordnung
  • Probleme in der Wortdurchgliederung (Auslassen, Umstellen, Einfügen von Buchstaben oder Wortteilen)
  • verzögertes Erlernen oder Anwenden der komplexen Rechtschreibregeln

 

Es gibt jedoch keine spezifischen „Legastheniker-Fehler“!

 

Der individuelle Entwicklungsstand eines Kindes und der Ausprägungsgrad seiner LRS wird durch entsprechende wissenschaftliche, standardisierte Testverfahren ermittelt. Hierbei muss auch auf sekundäre Probleme wie Konzentrationsstörungen, Motivationsmängel, (Prüfungs-) Ängste, Vermeidungsverhalten, Verhaltensauffälligkeiten, Hausaufgabenstress, psychosomatische Symptome u.s.w. eingegangen werden.

 

In der lerntherapeutischen Arbeit am problematischen Lerngegenstand werden individuelle Stärken des Kindes genutzt, um Strukturen der Schriftsprache zu erfassen und Strategien zu erlernen.

So gelangt das Kind nach und nach über das lautgetreu richtige Schreiben zur Beachtung der orthographischen Regeln.

 


 

Dyskalkulie • Rechenstörung

Trotz „normaler“ Intelligenz ist bei Kindern mit einer Rechenstörung der Entwicklungsprozess des Mathematiklernens gestört, wobei meist eine ungenügende Passung des Entwicklungsstands des Kindes und den Anforderungen des Schulunterrichts sowie neuropsychologische Störungen, z.B. Wahrnehmungsstörungen oder Speicherungsschwierigkeiten beobachtet werden.

 

Von Rechenstörungen, die oft von psychischen Auffälligkeiten wie z.B. Angst, Lernblockaden, Konzentrationsproblemen und Verhaltensauffälligkeiten begleitet werden, sind bis zu 10 % aller Schüler betroffen.

 

Bei diesen Kindern ist oft schon im Kleinkind- und Vorschulalter der Aufbau eines sicheren Mengen- und Zahlbegriffs nicht ausreichend gelungen. Auffällig werden sie oft erst im 2. oder 3. Schuljahr, wenn die verlangten Rechenaufgaben sie in ihren begrenzten Lösungsstrategien überfordern.

 

Man beobachtet bei diesen Kindern, dass sie z.B.

  • zählen statt zu rechnen (oft heimlich mit den Fingern)
  • jede Aufgabe erneut nach dem immer gleichen Schema „ausrechnen“ statt Analogien und Rechenerleichterungen bzw. -strategien flexibel zu nutzen.
  • besondere Probleme mit Sachaufgaben haben
  • schlecht umgehen können mit Einheiten, Größen, Uhrzeiten, …
  • Merkaufgaben und das 1 x 1 nur schlecht auswendig lernen können

 

Sehr häufig entwickeln diese Kinder eine Lernblockade bis hin zur sog. „Matheangst“.

 

In der Therapie ist es notwendig, auf einem Niveau des Rechnens anzusetzen, auf dem das Kind noch Sicherheit besitzt. So wird der Grundschulstoff oft noch einmal in besonderer Weise bearbeitet, wobei es darum geht, Verständnis für Zahlen, Zahlenräume und Rechenoperationen aufzubauen und dazu innere Vorstellungsbilder zu entwickeln.

 


 

Aufmerksamkeitsstörungen

Bei einer Reihe von Kindern liegt das Lernproblem nicht (nur) im Bereich der Schriftsprache oder des Rechnens, sondern es sind (oft zusätzlich) weitere wichtige Stützfaktoren erfolgreichen Lernens beeinträchtigt, z.B. die Aufmerksamkeitssteuerung. Betroffene Kinder fallen z.B. auf durch

  • motorische Unruhe
  • gesteigertes Redebedürfnis
  • hohe Impulsivität
  • mangelndes Konzentrationsvermögen
  • leichte Ablenkbarkeit
  • Verträumtheit
  • oberflächliche oder stark verlangsamte Arbeitsweise
  • Probleme beim Einhalten von Regeln

 

Durch einen Kinder- und Jugendpsychiater muss abgeklärt werden, ob es sich um ein Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom (AD(H)S) handelt und ob es ggf. medizinisch behandelt werden muss.

 

In der Lerntherapie können diese Kinder zusätzlich unterstützt werden, indem z.B. folgende Konzepte einzeln oder in Zusammenhang mit dem Arbeiten am Lerngegenstand (Schriftsprache/Rechnen) angewendet werden:

  • ATTENTIONER (Neuropsychologisches Gruppentraining nach Jacobs /Petermann)
  • Therapiekonzepte nach Lauth/Schlottke sowie Döpfner/Schürmann/Frölich
  • ADS-Trainer nach E. Traeger und andere Einzelübungen zur Konzentrationsförderung
  • Selbstinstruktionsverfahren
  • Entspannungsübungen

 


 

Ablauf

Im Erstgespräch, das Sie telefonisch oder in einem kurzen kostenfreien Informationsgespräch vereinbaren, ermitteln wir mit Ihnen gemeinsam die aktuelle Situation. Dabei dienen auch Fragebögen, bereits vorhandene Gutachten oder diagnostische Daten, Schulzeugnisse, Schriftproben oder Klassenarbeiten u.ä. als Informationsquellen.

 

Je nach Vereinbarung schließen sich ein Block von 2-5 Therapiestunden zum „Schnuppern“ und zur ergänzenden Diagnostik oder einzelne Diagnostik-Termine in entspannter, ermutigender Atmosphäre an.

 

Der Entwicklungsstand in der Schriftsprache bzw. in der Mathematik wird mit Hilfe von standardisierten und informellen Test- und Diagnoseverfahren sowie qualitativen Kompetenz- bzw. Fehleranalysen erfasst. Aufgrund der Anamnese und der Diagnostik wird den Eltern im Auswertungsgespräch ein individueller Therapieplan vorgestellt und auf Wunsch erfolgt die Anmeldung zur Lerntherapie.

 

In den Therapiestunden (in der Regel 1x/Woche, 45 oder 60 Minuten) geht es zunächst um den Aufbau einer vertrauensvollen Arbeitsbeziehung zwischen der Therapeutin und dem Kind/Jugendlichen. Im Mittelpunkt steht dann z.B. das Ermöglichen neuer Lernerfahrung durch das Kennenlernen von Strategien zum Lesen, Schreiben, Rechnen und Fremdsprachenlernen, das Akzeptieren und Interpretieren von Fehlern als notwendigen Zwischenschritten auf dem Weg zur Entwicklung neuer und verbesserter Fähigkeiten und Kenntnisse sowie das Erleben von Erfolgen, auch in dem oft angstbesetzten und ungeliebten Lernbereich.

 

Für die Förderung stehen eine Vielzahl evaluierter Förderprogramme für den schriftsprachlichen und mathematischen Bereich zur Verfügung. Maßgeblich für die Lerntherapie sind jedoch die Gesetzmäßigkeiten der Schriftsprache bzw. Mathematik, die individuell so aufbereitet werden, dass jedes Kind kleinschrittig und in seinem Tempo seinen Weg zum Lesen, Schreiben und/oder Rechnen entdecken kann.

 

Daher werden verschiedene Interventionsmöglichkeiten und Methoden integriert, nie wird einfach nur ein vorgefertigtes Trainingsprogramm eingesetzt.

Auf Wunsch und nach Möglichkeit werden die Therapiestunden ergänzt durch Beratung und Absprachen mit den anderen im System des Kindes/Jugendlichen handelnden Personen (Eltern, Lehrer, andere Therapeuten, …).

 

Finanzierung

Eine Kostenübernahme für Lerntherapie durch Krankenkassen ist leider nicht erlaubt.

Da wir als Leistungserbringer von den verschiedenen Jugendämtern der Region anerkannt sind, kann aber unter sehr engen Vorgaben eventuell eine sog. Eingliederungshilfe im Rahmen des §35a KJHG erfolgen. Ansonsten treten Eltern als Selbstzahler auf.

 

Qualität

Die Praxis Ilona Dany besteht seit 1996 und seit 2005 arbeiten wir nach den Richtlinien zur Qualitätssicherung des FiL (Fachverband für Integrative Lerntherapie).

Wir sind daher auch als Leistungserbringer im Rahmen des §35a KJHG von verschiedenen Jugendämtern der Region anerkannt. Mitglied im Fachverband für Integrative Lerntherapie e.V.

Wir schulen uns regelmäßig durch interne und externe Fortbildungen, die Teilnahme an Fachtagungen sowie Supervision und Teamsitzungen.